
Kronen Zeitung
BEICHLER DEUTLICH:
„Realität und Ziele klaffen auseinander“
Salzburg-Trainer Daniel Beichler wählte bei der Pressekonferenz vor dem Meistergruppen-Start gegen Rapid am Sonntag in Sachen Anspruch und Wirklichkeit beim einstigen Serienmeister deutliche Worte. In so einer erfrischenden Art und Weise hat man das bei den Bullen schon lange nicht mehr gesehen.
Nach der 0:1-Auswärtsniederlage bei Rapid hatte Salzburgs Geschäftsführer Sport Marcus Mann die Spieler für ihre Auftritte öffentlich kritisiert und in die Pflicht genommen. Angesprochen auf die Aussagen des Bullen-Bosses meinte Trainer Daniel Beichler bei der Pressekonferenz vor dem Duell mit Rapid: „Ich finde das Interview okay, weil es macht keinen Sinn, dass wir uns jeden Tag sagen, wie lässig wir sind. Wir haben einen Punkteschnitt, der in anderen Ligen nicht reichen würde, um im Titelrennen dabei zu sein.“
Klare und ehrliche Worte des 37-Jährigen, der kurz darauf noch deutlicher wurde. Auf die Frage hin, ob er Salzburg zu den Titelkandidaten zähle, sagte er: „Wir haben das Privileg bei einem Klub zu arbeiten, der hohe Ansprüche hat. Aber haben wir diese in den letzten zweieinhalb Jahren erreicht? Nein! Stehen wir in dieser Saison über anderen Teams und sind wir so dominant, wie wir uns das vorstellen? Nein! Sind wir als Team in unserer Idee am stabilsten? Nein, da sind andere Vereine mit vermeintlich weniger Qualität weiter als wir! Wir alle im Klub sollten uns nicht daran erinnern was war und wie überlegen wir einst agiert haben, sondern es sollte unser Ziel sein, dort wieder hin zu kommen. Aber aktuell klaffen Realität und Ziele auseinander.“ Rumms!
Beichler spricht damit in einer erfrischenden Art und Weise das aus, was längst augenscheinlich ist, aber von Seiten der Bullen noch nie öffentlich so deutlich kommuniziert wurde.
„Können es hinkriegen“
Nichtsdestotrotz sollte man die Bullen im Meisterrennen auf der Rechnung haben. „Wir werden im Titelkampf eine Rolle spielen, aber tun gut daran, demütig zu sein und hart zu arbeiten. Es gilt jetzt unsere Spielidee zu festigen. Ob uns das in den zehn Spielen gelingt? Ich glaube, dass wir das hinbekommen können“, so Beichler.
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Bild: Andreas Tröster























